Candidate Experience – so schaffen Sie positive Bewerbererlebnisse

Candidate Experience - sorgen Sie für positive Kandidatenerfahrungen

Mit einer positiven Candidate Experience stärken Sie Ihre Employer Brand und halten potenzielle Kandidaten im Bewerbungsverfahren. Lesen Sie hier, wie Sie für positive Bewerbererlebnisse sorgen.

Viele Bewerber empfinden Jobsuche und Bewerbungsprozesse als nervenaufreibend. Mit einer ansprechenden Candidate Experience steuern Unternehmen dem entgegen.

Mehr noch: Im „War for Talents“ kann die Bewerbererfahrung darüber entscheiden, ob man einen Kandidaten von sich überzeugt oder an den Wettbewerb verliert.

Wir zeigen Ihnen im Folgenden, worauf es bei der Candidate Experience ankommt und wie Sie die Bewerbungsphasen für Ihre Bewerber angenehm gestalten.

Checkliste "So gelingt die perfekte Candidate Experience"

Was ist die Candidate Experience?

Per Definition versteht man unter der Candidate Experience die Summe der Wahrnehmungen und Erfahrungen, die ein Kandidat während der Bewerbungsphasen mit einem Unternehmen sammelt.

Der beschrittene Weg, wenn der Kandidat sich beim Unternehmen bewirbt, wird als Candidate Journey bezeichnet und umfasst die Reise vom ersten Kontakt bis zum Onboarding.

Candidate Experience und Candidate Journey können nicht voneinander getrennt betrachtet werden: Auf seiner Reise (Candidate Journey) sammelt der Bewerber verschiedene Erfahrungen (Candidate Experience) mit dem Unternehmen.

Candidate Experience Studie

Der EMEA Candidate Experience Research Report 2019 von Talent Board analysiert Verhalten und Erwartungshaltung von Kandidaten bezüglich des Bewerbungsprozesses bei einem Unternehmen. Die Studie basiert auf den Angaben von über 13.000 Jobsuchenden.

Wir haben 3 wichtige Erkenntnisse aus dem Report zusammengefasst, die aufzeigen, warum positive Bewerbererlebnisse so bedeutsam sind:

  1. Über die Hälfte der Studien-Teilnehmer gab an, dass sie mit ihrem Bekanntenkreis über ihre positiven Erfahrungen sprechen. Auch die Negativ-Erlebnisse werden fleißig mit Freunden, Kollegen etc. geteilt. Das bedeutet: Kandidaten werden schnell zu Multiplikatoren, die positive wie negative Erfahrungen mit einem Unternehmen weiterleiten.
  2. Karriere-Websites und LinkedIn Karriere-Seiten sind die am häufigsten genutzten Kanäle von Kandidaten auf Jobsuche. Entsprechend sollten Unternehmen diese Kanäle nutzen und ihre Präsenz professionell, informativ und verständlich gestalten.
  3. Zu den häufigsten Gründen, warum Kandidaten den Bewerbungsprozess abgebrochen haben, zählen: Die Kandidaten haben keine Wertschätzung für ihre Zeit erfahren und der Prozess hat ihnen insgesamt zu lange gedauert. Daraus sollten Recruiter ihre Schlüsse ziehen.

Der Report enthält viele weitere Erkenntnisse darüber, was Kandidaten vom Bewerbungsprozess erwarten. Sie können die komplette Studie hier downloaden.

Ziele einer ansprechenden Candidate Experience

Das Candidate Experience Management sorgt beim Kandidaten an so vielen Touchpoints wie möglich für positive Erlebnisse mit dem Unternehmen.

Egal ob schriftlich, am Telefon oder im persönlichen Face-to-Face-Gespräch – es geht darum, dass man den Kandidaten im Bewerbungsverfahren hält und ein positives Unternehmensimage aufbaut und pflegt. Dadurch behält der Bewerber die Organisation auch dann positiv in Erinnerung, wenn es nicht zur Einstellung kommt.

Im War for Talents kann man sich durch eine positive Candidate Experience überdies einen entscheidenden Vorteil verschaffen: Mit einem besonders professionellen, wertschätzenden und freundlichen Umgang mit den Bewerbern können sich Unternehmen in ihrer Rolle als Arbeitgeber von ihren Wettbewerbern abheben.

Positive vs. negative Candidate Experience

Eine positive Candidate Experience unterscheidet sich von einer negativen Kandidatenerfahrung vor allem durch diese Merkmale:

Positive vs. negative Candidate Experience

Während eine überzeugende Candidate Experience beim Kandidat für positive Assoziationen mit dem Unternehmen sorgt, erzeugen schlechte Erfahrungen ein negatives Bild.

Die Negativ-Erlebnisse können der Arbeitgebermarke mit Blick auf das oben erwähnte Ergebnis der Talent Board-Studie enorm schaden. Kandidaten, die sich im Bewerbungsprozess unwürdig behandelt fühlen, könnten ihre Negativ-Erfahrungen mit anderen Menschen teilen und ihren Frust auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen wie Kununu und Co. rauslassen.

6 Phasen der Candidate Journey

Candidate Journey - 6 Phasen

Die für Kandidaten erlebbare Arbeitgebermarke kann in 6 Phasen gegliedert werden. Den folgenden Prozess kann ein (potenzieller) Bewerber durchlaufen und dabei auf verschiedene Kontaktpunkte mit dem Unternehmen stoßen.

1. Anziehung

Der erste Kontakt zwischen potenziellem Bewerber und Unternehmen entsteht meist während der Jobrecherche oder Berufsorientierung. Der Kandidat wird bspw. auf einer Jobmesse, im Rahmen einer Werbekampagne in Sozialen Medien oder durch die Empfehlung von Bekannten auf das Unternehmen aufmerksam.
Das Erlebnis sollte den Kandidaten so begeistern, dass er „mehr“ über den noch unbekannten, potenziellen Arbeitgeber erfahren möchte.

2. Informationen einholen

In dieser Phase holt der Kandidat sich weitere Informationen über das Unternehmen ein – bspw. auf dessen (Karriere-)Website, Social Media-Kanälen oder Kununu-Profil. Die Web-Auftritte, die dort auffindbaren Informationen und Stellenanzeigen sollten professionell aufbereitet sein und den positiven Ersteindruck bestätigen.

3. Bewerbung

Der Kandidat nimmt den Bewerbungsprozess auf. Die dafür bereitgestellten Web-Formulare, Upload-Optionen, Möglichkeiten zur Profilerstellung etc. sollten reibungslos funktionieren und selbsterklärend sein. Auf E-Mail-Bewerbungen sollten freundlich formulierte Bestätigungsmails versandt werden, aus denen auch hervorgeht, bis wann der Kandidat mit einer weiteren Rückmeldung rechnen kann.

4. Auswahl

Erhält der Bewerber eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, kann man ihn bspw. durch Infovideos und Hilfetexte zum Bewerbungsprozess bereits im Vorhinein auf das Interview vorbereiten. Die Unterhaltung mit dem persönlichen Ansprechpartner sollte von Sachlichkeit, Wertschätzung und Fairness geprägt sein. In der Auswahlphase sammelt der Kandidat seine erste reale Erfahrung mit dem Unternehmen bzw. mit einem oder mehrerer seiner Repräsentanten.

5. Onboarding

Hat der Bewerber die Auswahl erfolgreich durchlaufen, wird er schließlich eingestellt. Nun geht es für das Unternehmen darum, den bislang erzeugten, positiven Eindruck beim Kandidaten zu bestätigen und untermauern. Durch einen gut organisierten Onboarding-Prozess kann der neue Kollege richtig eingearbeitet werden und dabei jederzeit Unterstützung erhalten.

6. Unternehmensbindung

In der letzten Phase geht es um die Bindung des Bewerbers, der nun als Angestellter den Unternehmensalltag erlebt. Es geht also darum, dass die positive Candidate Experience in eine positive Employee Experience übergeht. Gerade in der Anfangsphase könnte der neue Mitarbeiter sich nicht ausreichend integriert fühlen und das Unternehmen frühzeitig wieder verlassen. Entsprechend sollte geprüft werden, ob die Onboarding-Phase erfolgreich durchlaufen wurde.

Die wichtigsten Touchpoints

Zwischen Kandidat und Unternehmen gibt es wie bereits erwähnt vor, während und nach dem Bewerbungsprozess verschiedenste Berührungspunkte. Wir haben eine Übersicht möglicher Touchpoints zusammengestellt.

Vor der Bewerbungsphase:

  • Werbung / Corporate Brand
  • Website
  • Dienstleistungen / Produkte
  • Imagebroschüren
  • Social Media
  • Messen
  • Persönliche Gespräche mit Mitarbeitern
  • Arbeitgeber-Bewertungsportal

Während der Bewerbungsphase:

  • Stellenanzeigen
  • Karriere-Website
  • E-Recruiting-Portal
  • Einladung
  • Empfang
  • Kontakt mit Ansprechpartner
  • Lage & Räumlichkeiten
  • Unternehmensatmosphäre
  • Zu-/Absage
  • Vertrag

Nach der Bewerbungsphase:

  • Onboarding-Prozess
  • Mate / Buddy und Führungskraft
  • Teamvorstellung
  • Arbeitsumfeld
  • Feedback-Gespräch
  • Weiterentwicklungs-Perspektiven

Jede Bewerbungsphase hat also ihre eigenen, speziellen Touchpoints. Im Idealfall „reist“ der Kandidat auf seiner Candidate Journey von einem positiven Kontaktpunkt zum nächsten – bis zur letzten Phase.

Fazit

Es wird deutlich, dass es für Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen gibt, die Candidate Experience positiv zu beeinflussen.

Natürlich gibt es Faktoren, die nicht beeinflusst werden können. So zum Beispiel die Identifikation mit den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens. Ein überzeugter Veganer wird sich eher nicht um eine Stelle bei einem Zulieferer der Fleischindustrie bemühen.

Aber: Bei geeigneten, potenziellen Bewerbern kann ein organisiertes Candidate Experience Management mit gezielten Maßnahmen für eine positive Wahrnehmung sorgen. Von der individuellen Kommunikation auf Augenhöhe über zeitnahe Reaktionen bis zu ehrlichem Feedback im Falle einer Absage sowie unterstützenden Onboarding-Maßnahmen bei einer Zusage.

Checkliste "So gelingt die perfekte Candidate Experience"

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